Jäger der Nacht

Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017

Wann haben Sie zuletzt in der Nacht eine Eule rufen gehört? Viele Gegenden sind von Eulen verlassen, entweder weil sie keine Bruthöhlen finden oder das Nahrungsangebot nicht mehr ausreicht. Stellvertretend für alle Eulenarten hat der NABU für 2017 den Waldkauz zum Vogel des Jahres gewählt. Mit ihm soll für den Erhalt alter Bäume im Wald oder in Parks geworben werden und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisiert werden. Eulen sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. Wir sollten alles dafür tun, sie zu schützen, ihre Bestände zu stabilisieren oder gar zu vermehren.

 

Weitere Infos zum Waldkauz


Saatkrähen in Landau

Stellungnahme von NABU und BUND zur Ankündigung der CDU Ratsfraktion verstärkt gegen die Vermehrung der Saatkrähen im Stadtgebiet vorgehen zu wollen.

Download
Stellungnahme Saatkrähen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 129.7 KB

Charaktervogel bunter Landschaften

Der Stieglitz ist Vogel des Jahres 2016

Stieglitz, Foto: Antje Schultner
Stieglitz, Foto: Antje Schultner

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) gehört zu den buntesten und gleichzeitig beliebtesten Singvögeln in Europa. Kaum eine andere Art steht so für die Vielfalt und Farbenpracht unserer Landschaften. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Es wird enger für den farbenfrohen Distelfinken. Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2016 wollen NABU und LBV den fortschreitenden Strukturverlust in unserer Kulturlandschaft ins Blickfeld rücken: Der Stieglitz ist unser Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe in Agrarräumen und Siedlungsbereichen.

Der Bestand des Stieglitzes hat in Deutschland laut den Daten des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten von 1990 bis 2013 um 48 Prozent abgenommen. Offizielle Schätzungen gehen derzeit von 305.000 bis 520.000 Brutpaaren in Deutschland aus. Stieglitze leben sowohl auf dem Land als auch in Siedlungen, solange es einen geeigneten Brutplatz und genug Nahrung gibt. Diese findet er an Acker- und Wegrainen, auf Brachen oder in Parks und Gärten. Knapp 60 Prozent des bundesweiten Bestandes leben im Siedlungsraum, die restlichen 40 Prozent in der Agrarlandschaft. Gleichzeitig mit der Verkündung des „Vogel des Jahres“ starten der NABU und der LBV die Aktion „Bunte Meter für Deutschland“. Möglichst viele Meter wildkrautreicher Grünflächen sollen als neue Lebensräume für den Stieglitz und andere Singvögel geschaffen oder erhalten werden. Mehr


Brutnachweis der Asiatischen Hornisse in der Südpfalz

von Gerd Reder und Matthias Kitt

Arbeiterin von Vespa velutina (LEP.). Büchelberg/Südpfalz. 14.11.2014. Foto: G. REDER.
Arbeiterin von Vespa velutina (LEP.). Büchelberg/Südpfalz. 14.11.2014. Foto: G. REDER.

Der erste Nachweis der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina var. nigrithorax) in Rheinland-Pfalz gelang Mitte November 2014 mittels eindeutiger Fotos einer Nestanlage mitsamt Imagines, welche Gerd Reder und Matthias Kitt zu Begutachtung vorgelegt wurden. Das Nest befand sich unter dem Vordach des Bienenlehrstandes des Imkervereins Kandel in Büchelberg (Bienwald/ Südpfalz). Die vorgelegten Fotos stammen von den Imkern Alissa Schick und Martin Rombach, die das Nest schon seit April 2014 im Blick hatten.

 

Dass die Wespenkönigin ausgerechnet die Hütte des Bienenlehrstands als Nistplatz ausgewählt hatte überrascht, denn laut bisherigen Erkenntnissen baut sie ihre Nester bevorzugt hoch in den Bäumen. Bei einer Kontrolle des Nestes am 14. November durch Gerd Reder, Matthias Kitt und Klaus Rinnert zeigte sich das Hornissenvolk bei 10° Celsius und neblig trübem Wetter äußerst flugaktiv. Die Art kommt offenbar sehr gut mit niedrigen Temperaturen zurecht.

 

Wahrscheinlich durch Warentransporte wurde Vespa velutina eher zufällig von Asien nach Europa verfrachtet. Bei Bordeaux hat man sie 2004 erstmals festgestellt. Sie breitet sich schnell aus und bewohnt inzwischen weite Teile Frankreichs. Bereits 2011 wurde die Asiatische Hornisse auch in Belgien nachgewiesen. Der Erstnachweis für Deutschland gelang im September 2014 bei Waghäusel/Nordbaden. Drei weitere Fundstellen – ebenfalls aus der Südpfalz – bei Jockgrim, Minfeld und Herxheim wurden den Verfassern im Nachgang gemeldet und bestätigen, dass die Asiatische Hornisse in Rheinland-Pfalz weitgehend unbemerkt heimisch zu werden scheint.

Nest von Vespa velutina in niedriger Anbauhöhe. Büchelberg/Südpfalz. 14.11.2014. Foto: G. REDER.
Nest von Vespa velutina in niedriger Anbauhöhe. Büchelberg/Südpfalz. 14.11.2014. Foto: G. REDER.