Wo die wilden Tiere wohnen

Naturerlebniscamp des NABU in Rinnthal

Wilde Tiere beim NABU-Camp, Foto: NABU
Wilde Tiere beim NABU-Camp, Foto: NABU

Welche Tiere wohnen im Wald? Wie kann ich sie beobachten und ihre Spuren lesen? Und was tue ich, wenn plötzlich so ein wildes Tier an meinem Zeltplatz auftaucht?

 

Diesen Fragen stellten sich am Wochenende vom 27.- 28. Mai die Teilnehmer des Naturerlebniscamps der NABU Regionalstelle Süd im Tal der Generationen in Rinnthal. Die 17 Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren fanden bei strahlendem Sonnenschein heraus, wie man Vögel mit dem Fernglas beobachtet und am Gesang erkennt und welche Spuren Tiere hinterlassen. Auch das Anschleichen, um Tiere aus der Nähe beobachten zu können wurde geübt.

Einige der wilden Waldbewohner ließen sich nicht lange bitten, sich zu zeigen. Und so musste das Programm kurzfristig geändert werden als ein junges Reh in der Nähe des Zeltplatzes nach seiner Mutter rief. Die Gruppe zog sich zu einer spontanen Wanderung vom Zeltplatz zurück, um dem Reh die Möglichkeit zu geben, sein Junges zu versorgen.

Doch auch danach blieb noch genug Zeit für eine Waldrallye und gemütliches Beisammensein am Lagerfeuer mit Stockbrot.

Bevor es für die Teilnehmer selbst zum Schlafen in die Zelte ging, wurde noch erforscht, welche Tiere um diese Zeit erst aktiv werden. Mithilfe einer selbstgebauten Leinwand und einer Lampe wurden Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten angelockt und bestimmt.

Am nächsten Morgen schafften dann einige Kinder beim Nistkastenbau selbst Wohnmöglichkeiten für wilde Tiere bei sich zu Hause. Andere verwandelten sich mit einer gebastelten Maske selbst in ein wildes Tier.


Saatkrähen in Landau

Stellungnahme von NABU und BUND zur Ankündigung der CDU Ratsfraktion verstärkt gegen die Vermehrung der Saatkrähen im Stadtgebiet vorgehen zu wollen.

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Charaktervogel bunter Landschaften

Der Stieglitz ist Vogel des Jahres 2016

Stieglitz, Foto: Antje Schultner
Stieglitz, Foto: Antje Schultner

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) gehört zu den buntesten und gleichzeitig beliebtesten Singvögeln in Europa. Kaum eine andere Art steht so für die Vielfalt und Farbenpracht unserer Landschaften. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Es wird enger für den farbenfrohen Distelfinken. Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2016 wollen NABU und LBV den fortschreitenden Strukturverlust in unserer Kulturlandschaft ins Blickfeld rücken: Der Stieglitz ist unser Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe in Agrarräumen und Siedlungsbereichen.

Der Bestand des Stieglitzes hat in Deutschland laut den Daten des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten von 1990 bis 2013 um 48 Prozent abgenommen. Offizielle Schätzungen gehen derzeit von 305.000 bis 520.000 Brutpaaren in Deutschland aus. Stieglitze leben sowohl auf dem Land als auch in Siedlungen, solange es einen geeigneten Brutplatz und genug Nahrung gibt. Diese findet er an Acker- und Wegrainen, auf Brachen oder in Parks und Gärten. Knapp 60 Prozent des bundesweiten Bestandes leben im Siedlungsraum, die restlichen 40 Prozent in der Agrarlandschaft. Gleichzeitig mit der Verkündung des „Vogel des Jahres“ starten der NABU und der LBV die Aktion „Bunte Meter für Deutschland“. Möglichst viele Meter wildkrautreicher Grünflächen sollen als neue Lebensräume für den Stieglitz und andere Singvögel geschaffen oder erhalten werden. Mehr


Brutnachweis der Asiatischen Hornisse in der Südpfalz

von Gerd Reder und Matthias Kitt

Arbeiterin von Vespa velutina (LEP.). Büchelberg/Südpfalz. 14.11.2014. Foto: G. REDER.
Arbeiterin von Vespa velutina (LEP.). Büchelberg/Südpfalz. 14.11.2014. Foto: G. REDER.

Der erste Nachweis der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina var. nigrithorax) in Rheinland-Pfalz gelang Mitte November 2014 mittels eindeutiger Fotos einer Nestanlage mitsamt Imagines, welche Gerd Reder und Matthias Kitt zu Begutachtung vorgelegt wurden. Das Nest befand sich unter dem Vordach des Bienenlehrstandes des Imkervereins Kandel in Büchelberg (Bienwald/ Südpfalz). Die vorgelegten Fotos stammen von den Imkern Alissa Schick und Martin Rombach, die das Nest schon seit April 2014 im Blick hatten.

 

Dass die Wespenkönigin ausgerechnet die Hütte des Bienenlehrstands als Nistplatz ausgewählt hatte überrascht, denn laut bisherigen Erkenntnissen baut sie ihre Nester bevorzugt hoch in den Bäumen. Bei einer Kontrolle des Nestes am 14. November durch Gerd Reder, Matthias Kitt und Klaus Rinnert zeigte sich das Hornissenvolk bei 10° Celsius und neblig trübem Wetter äußerst flugaktiv. Die Art kommt offenbar sehr gut mit niedrigen Temperaturen zurecht.

 

Wahrscheinlich durch Warentransporte wurde Vespa velutina eher zufällig von Asien nach Europa verfrachtet. Bei Bordeaux hat man sie 2004 erstmals festgestellt. Sie breitet sich schnell aus und bewohnt inzwischen weite Teile Frankreichs. Bereits 2011 wurde die Asiatische Hornisse auch in Belgien nachgewiesen. Der Erstnachweis für Deutschland gelang im September 2014 bei Waghäusel/Nordbaden. Drei weitere Fundstellen – ebenfalls aus der Südpfalz – bei Jockgrim, Minfeld und Herxheim wurden den Verfassern im Nachgang gemeldet und bestätigen, dass die Asiatische Hornisse in Rheinland-Pfalz weitgehend unbemerkt heimisch zu werden scheint.

Nest von Vespa velutina in niedriger Anbauhöhe. Büchelberg/Südpfalz. 14.11.2014. Foto: G. REDER.
Nest von Vespa velutina in niedriger Anbauhöhe. Büchelberg/Südpfalz. 14.11.2014. Foto: G. REDER.