Ist das Reh die Frau vom Hirsch?

NAJU Ludwigshafen lädt zu Kinderfest ein

Füchse, Hasen, Fledermäuse, Dachse, Igel, Marder und viele andere Tiere leben in der Natur. Doch sehen können wir sie nur selten. Gut getarnt, versteckt oder nachtaktiv, entziehen sie sich unseren Blicken. Wer jedoch aufmerksam hinschaut, kann ihre Spuren entdecken. Diese verraten zum Beispiel, dass ein Reh an der Baumrinde geknabbert hat, eine Maus durch den Schnee gelaufen ist oder ein Wildschwein den Waldboden aufgewühlt hat. Bei ihrem Kinderfest am Samstag, den 25. Mai lädt die NAJU Ludwigshafen alle Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren ein, herauszufinden, welche Tiere im Maudacher Bruch und in der Umgebung leben und welche Spuren sie hinterlassen. Bei Spielen, Experimenten und einer Rallye erfahren die jungen Teilnehmer viel Wissenswertes über die einheimische Tierwelt und wie sie geschützt werden kann. Mit der Teilnahme an der Aktion können die Kinder einen Stempel für das Kinderzukunftsdiplom, das von der Lokalen Agenda der Stadt LU angeboten wird, erwerben. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr und dauert ca. 3 Stunden. Sie findet auf der Pilzwiese am Friesenheimer Weg in Ludwigshafen-Gartenstadt statt. Bei schlechtem Wetter wird das Fest in die Aula der IGS Gartenstadt, Abteistr. 18 verlegt. Für Verpflegung und Getränke ist gesorgt. Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten, unter 0621-518314 oder ludwigshafen@naju-rlp.de

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Schwalben im Anflug

Hilfe für gefährdete Glücksbringer

Junge Rauchschwalben im Nest, Foto: Bernhard Schiewe
Junge Rauchschwalben im Nest, Foto: Bernhard Schiewe

Pünktlich zum Frühlingsbeginn kommen die Schwalben zurück nach Deutschland. Die beiden häufigsten Arten sind bei uns die Rauch- und die Mehlschwalbe. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ zeichnen wir Schwalbenfreunde in der Pfalz aus, die den Tieren einen Lebensraum bieten und beraten zu Hilfsmaßnahmen für die Flugkünstler.

 

Ab Ende März kommen bereits die ersten Rauchschwalben, etwas später – ab Mitte April – dann auch die Mehlschwalben aus Ihren fernen Winterquartieren zurück in ihre Brutgebiete. Nonstop haben die kleinen Vögel die Sahara und das Mittelmeer überquert. Wenn sie in der Pfalz eintreffen, haben sie eine enorme Flugleistung hinter sich – mehr als 10.000 Kilometer! Das Gefieder glatt, jede Feder sitzt, munter zwitschern die Neuankömmlinge trotz der anstrengenden Reise.

 

Noch kennt sie jeder, die Flugkünstler, die das Ende des Winters verkünden. Jahrhundertelang gehörten sie ganz selbstverständlich in jedes Dorf, auf jeden Bauernhof und auch in jede Stadt. Mehl- und Rauchschwalben haben sich als so genannte „Kulturfolger“ an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Sie tauschten ihre ursprünglichen Brutplätze an felsigen Steilküsten gegen einen Platz im Stall oder an der Hauswand ein. Ihre fliegerischen Darbietungen dienen der Nahrungssuche. Schwalben ernähren sich von fliegenden Insekten und im Luftstrom treibenden Spinnen, die sie im Flug erbeuten.

Mehlschwalbe sammelt Lehm für den Nestbau, Foto: Thomas Tennhardt
Mehlschwalbe sammelt Lehm für den Nestbau, Foto: Thomas Tennhardt

Naturschutzverbände schlagen jedoch inzwischen Alarm. Schwalben sind zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden. Die Intensivierung der Landwirtschaft, verschlossene Ställe, als Wohn- oder Lagerraum umgebaute Scheunen, der Rückgang von Insektennahrung, der Mangel an Nistplätzen und lehmigem Nestbaumaterial und – nicht zuletzt - das beschämende Abschlagen bzw. die mangelnde Duldung der Nester, machen ihnen zu schaffen. Dabei kann jeder den Sommerboten mit Nisthilfen, Lehmpfützen und insektenreichen Gärten helfen.

 

Die Mehlschwalbe, erkennbar an ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch sowie dem tief gekerbten Schwanz, ist vor allem Stadtbewohnern wohl bekannt: Sie baut ihre fast geschlossenen Nester an rau verputzte Hauswände oder unter geschützten Dachvorsprüngen. Dabei nutzen Schwalben als ortstreue Tiere gerne alte vorhandene Nester und bessern sie mit frischem Lehm wieder aus. In Städten fehlen jedoch oft Lehmstellen als Baugrundlage. Offene, feucht gehaltene Bodenstellen helfen den Schwalben, ihre alten Nester zu ersetzen. Wo dies nicht möglich ist, können unter Vorsprüngen in mindestens 2,5 m Höhe Kunstnester angebracht werden.

 

Rauchschwalben, die über ihre braunrote Färbung von Kehle und Stirn sowie dem metallisch glänzenden Gefieder gut erkennbar sind, fühlen sich eher in ländlichen Regionen wohl und bevorzugen Balken oder Mauervorsprünge in Ställen, Scheunen oder Carports. Leider bleiben die notwendigen Einflugluken nach Renovierungen zunehmend verschlossen oder sind bei Neubauten gar nicht erst vorhanden. Viele Lager und Ställe müssten zumindest in der warmen Jahreshälfte nicht komplett verschlossen sein, eine Einflugluke reicht Rauchschwalben bereits aus. Außerdem gefährden sie unsere Gesundheit nicht und sind Vertilger lästiger Fliegen und Mücken.

 

Auch naturnahe Gärten, extensiv genutzte Wiesen und Blühstreifen helfen den Schwalben. Einheimische Blütenpflanzen fördern Fluginsekten und sichern damit die Nahrungsgrundlage der Vögel.

 

Der NABU hat sich ganz besonders dem Schwalbenschutz verschrieben und verleiht Auszeichnungen an Gebäudeeigentümer, die Schwalben willkommen heißen und dulden! Gerne beraten wir auch alle Vogelfreunde über Hilfsmaßnahmen für Mehl- und Rauchschwalben und wie man „Verschmutzungen“ durch Schwalbennester vermindern kann.

Wenn bei Ihnen Schwalben willkommen sind und sie ihre Ansiedlung fördern, dann machen Sie mit bei der NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“! Bewerben Sie sich um eine der begehrten Plaketten. So werden auch andere Menschen darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig der Schutz von Schwalben ist!

 

Mehr Informationen zur NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“:

https://rlp.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/schwalben/schwalben-willkommen/index.html


Ich bin ein Star - Bau mir ein Haus

Eric Neuling erklärt, wie ein Starenkasten gebaut wird


Wenn für den Spatz mitsaniert wird

Nistkastenprojekt in Ludwigshafen


Große Studie bestätigt dramatisches Insektensterben

Jahrzehntelange Untersuchungen belegen massive Biomasseverluste in Schutzgebieten

Foto: Helge May
Foto: Helge May

Ein internationales Forscherteam aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland hat die dramatischen Befunde zum Insektenrückgang in Nordwestdeutschland in einer jetzt in der internationalen Online-Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichten Studie bestätigt. Die Forscher stellten damit die Beobachtungen des Entomologischen Vereins Krefeld auf eine wissenschaftlich abgesicherte Basis. So ist mit den Biomasseverlusten bei Fluginsekten von 76 bis 81 Prozent seit den 1990er Jahren ein klarer Negativ-Trend erkennbar. Insgesamt wurden in einem Zeitraum von 27 Jahren 63 Standorte in Schutzgebieten unterschiedlichster Lebensräume des Offenlandes überwiegend in Nordwestdeutschland untersucht, wobei der Rückgang überwiegend im Flachland festgestellt wurde.

 

„Wir haben es mit einer höchst dramatischen und bedrohlichen Entwicklung zu tun. Allein die Tatsache, dass es sich bei allen Untersuchungsflächen um verinselte Standorte innerhalb von Schutzgebieten handelt, in deren Umfeld zu mehr als 90 Prozent konventionelle Agrarnutzung stattfindet, legt einen negativen Einfluss durch die Landwirtschaft nahe“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die neue Bundesregierung müsse sich umgehend auf EU-Ebene für einen Kurswechsel in der Agrarpolitik einsetzen sowie einen Schwerpunkt auf Erforschung und Schutz der biologischen Vielfalt legen. Der NABU fordert ein Deutsches Zentrum für Biodiversitäts-Monitoring in Trägerschaft von Wissenseinrichtungen sowie den zügigen Aufbau eines bundesweiten Insekten-Monitorings. Als Vorbild für ein bundesweites Insekten-Monitoring könnte NRW dienen, wo 2017 die Beprobung von 100 Standorten angelaufen ist.

 

Der Landesvorsitzende des NABU NRW, Josef Tumbrinck, begleitet die Arbeiten des Entomologischen Vereins Krefeld seit Jahren. Seiner Einschätzung nach finden in ganz Deutschland und wahrscheinlich auch in anderen europäischen Ländern ähnliche Entwicklungen statt: „Früher mussten wir Autoscheiben nach ein oder zwei Stunden Fahrt wieder von Insekten säubern und an Straßenlaternen flogen massenhaft Insekten. Heute ist das meist nicht der Fall. Diese Beobachtungen wurden mir vielfach aus allen Regionen des Landes mitgeteilt.“ Langzeit-Untersuchungen aus anderen Staaten liefern Hinweise darauf, dass es sich nicht nur um ein deutsches Phänomen handelt. Auch von der EU offiziell bestätigte Bestandsrückgänge von Vögeln, die auf Insekten als Nahrungsgrundlage angewiesen sind, dürften höchstwahrscheinlich zu einem wesentlichen Teil auf den Insektenschwund zurückzuführen sein.

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Schwalben willkommen!

NABU Landau-Land zeichnet schwalbenfreundliche Hausbesitzer in Walsheim aus

Schwalbennachwuchs in Walsheim
Schwalbennachwuchs in Walsheim

Das Familie Rehm ein großes Herz für Tiere hat, wird schnell klar. Auf Ihrem Hof in Walsheim, unterhält Tochter Magdalena einen Reitbetrieb und ein Hundehotel. Neben Pferden, Hunden, einem Minischwein und einem Kaninchen, zählen seit sechs Jahren auch einige Rauchschwalbenpaare zu den Bewohnern der Obermühle.

Und das ist leider längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die allseits als Flugkünstler und Sommerboten bekannten Schwalben gibt es in Deutschland immer seltener. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ will der NABU diesem Trend entgegenwirken und zeichnet ab sofort bundesweit Menschen aus, die an ihren Häusern die gefiederten Glücksbringer willkommen heißen.

So auch die Rehms: Um die Schwalben nicht beim Brüten zu stören, hat die Familie sogar extra die Renovierungsarbeiten in Ihren Ställen unterbrochen. Mit Erfolg: „In fünf Nesten haben die Rauchschwalben hier in diesem Jahr 20 Junge großziehen können.“ Freut sich Vater Udo Rehm. Einige Junge schauen noch aus den Nestern in den Pferdeställen. Andere sitzen schon draußen auf den Zäunen und werden dort von ihren Eltern weiter in waghalsigen Flugmanövern gefüttert.

Für ihr Engagement für den Schwalbenschutz überreichte Gerhard Wisser vom NABU Landau-Land Familie Rehm daher feierlich eine Urkunde und eine Plakette, mit der die Obermühle nun auch von außen als schwalbenfreundliches Haus zu erkennen ist.

„Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen: mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten“, erklärt Gerhard Wisser.

 

 Weitere Informationen und Bewerbungsformular zum „Schwalbenfreundlichen Haus“ unter: www.NABU.de/schwalben

 

Gerhard Wisser (NABU Landau Land) und Familie Rehm in ihrem Pferdestall mit Schwalbennest (oben rechts)
Gerhard Wisser (NABU Landau Land) und Familie Rehm in ihrem Pferdestall mit Schwalbennest (oben rechts)

Saatkrähen in Landau

Stellungnahme von NABU und BUND zur Ankündigung der CDU Ratsfraktion verstärkt gegen die Vermehrung der Saatkrähen im Stadtgebiet vorgehen zu wollen.

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Stellungnahme Saatkrähen.pdf
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