Wespen und Hornissen

Gartenhelfer für eine Saison

Bei warmen und sommerlichen Temperaturen entdecken Haus- und Gartenbesitzer immer häufiger Wespennester in Nischen und geschützten Ecken, die fleißig von den Insekten umflogen werden. Während die flauschigen Hummeln meist toleriert werden, sorgen Wespen und vor allem Hornissen oft für ängstliche Reaktionen. Wir können Sie beruhigen: Die Tiere stechen nur im Notfall, wenn sie sich angegriffen fühlen. Statt Panik plädieren wir für ein friedliches Nebeneinander mit den nützlichen Insekten. Wespen unterstützen Gärtnerinnen und Gärtner sogar, denn sie jagen Fliegen, Blattläuse, Raupen und andere Insekten sowie deren Larven. Im Naturhaushalt leisten sie einen wertvollen Dienst. Von den neun in Deutschland sozial lebenden (Völker bildenden) Wespenarten interessieren sich nur zwei Arten für unseren Frühstückstisch. Lediglich die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe zeichnen sich durch ihren Appetit auf zucker- und fleischhaltige Lebensmittel (Marmelade, Wurst, Grillfleisch...) aus. Im August und September erreichen die Wespen ihr Bevölkerungsmaximum. Jetzt werden die Jungköniginnen aufgezogen, die nach der Befruchtung als einzige überwintern. Im nächsten Frühjahr gründen sie einen neuen Staat. Ab Herbst ist dann meist auch schon wieder alles vorbei. Das Volk stirbt ab und das Nest kann problemlos entfernt werden. Ungünstig platzierte Nester können aber auch an Ort und Stelle verbleiben. Sie werden im nächsten Jahr nicht wieder bezogen. Aus hygienischen Gründen bauen Wespen jedes Jahr ein neues Nest.

Hornisse im Nest, Foto: Ulrich Vogl
Hornisse im Nest, Foto: Ulrich Vogl

Gefiederte Glücksbringer am Haus

NABU verleiht Schwalben-Plakette in Rülzheim

Bei Familie Etzkorn in Rülzheim ist tierisch was los. Bereits im Hofeingang ihres Einfamilienhauses herrscht reger Flugverkehr. Seit dem Frühjahr steuern unablässig Mehlschwalben den Dachüberstand an. Die Vögel haben kleine kugelige Nester aus Lehm gebaut. Hier brüten sie und ziehen ihre Jungen groß. Und das schon seit vielen Jahren. Erst waren es zwei Nester. In diesem Jahr ist noch eins dazu gekommen. Da fällt viel Dreck an. Um die weiße Fassade zu schützen, haben die Etzkorns ein Kotbrett unter den Nestern installiert. Aber die Schwalben sind nicht die einzigen Mitbewohner der Familie. In der Scheune haben sich Fledermäuse eingenistet. Sie verbringen den Tag im Hohlraum eines alten Holzbalkens. Kleine schwarze Hinterlassenschaften direkt unter dem Einflugloch verraten ihre Anwesenheit. Abends fliegen sie aus und schwirren durch den Garten auf der Suche nach Insekten. In einer überdachten Nische hat ein Rotschwänzchen-Paar seinen angestammten Nistplatz. Eidechsen, Bachstelzen und Grünspechte kommen regelmäßig zu Besuch. Der 13jährige Louis und seine 12jährige Schwester Helen freuen sich über ihre tierischen Untermieter. Als sie von der NABU-Aktion „Schwalben willkommen!“ erfuhren, haben sie sich gleich beworben. Carmen Schauroth von der NABU Regionalstelle Süd ist froh über jedes schwalbenfreundliche Haus, das ihr gemeldet wird. Denn die Bestände unserer einheimischen Schwalbenarten nehmen seit Jahren dramatisch ab. Wohnungsnot und Nahrungsknappheit machen den gefiederten Glücksbringern zu schaffen. Obwohl die Vögel und ihre Nester geschützt sind, werden sie längst nicht überall geduldet. Die NABU-Mitarbeiterin überzeugte sich vor Ort von den Schwalbennestern am Haus der Etzkorns und überreichte der Familie eine Plakette mit der Aufschrift „Hier sind Schwalben willkommen!“ Die Plakette kann am Haus angebracht werden und soll Passanden auf die Thematik aufmerksam machen.

 

Familie Etzkorn erhielt vom NABU eine Schwalben-Plakette (Foto: C. Schauroth)
Familie Etzkorn erhielt vom NABU eine Schwalben-Plakette (Foto: C. Schauroth)