Beginn der Amphibienwanderung in der Pfalz

NABU betreut Schutzzäune für Kermit und seine Freunde

Erdkröten Doppelpack, Foto: Aribert Schmitt
Erdkröten Doppelpack, Foto: Aribert Schmitt

In der Pfalz hat die Amphibienwanderung begonnen. Frösche, Kröten und Molche wurden durch die warmen Temperaturen der letzten Tage aus ihrer Winterstarre geweckt. Die kalte Jahreszeit verbringen die meisten Arten in einem geschützten Versteck im Wald, in Feldgehölzen oder Hecken unter Laub und Erde. Sobald die Temperaturen wieder steigen machen sie sich auf den Weg zu ihrem Laichgewässer. Erdkröten können dabei bis zu mehrere Kilometer zurücklegen. Da die Tiere noch geschwächt und sehr langsam unterwegs sind, endet diese Reise oftmals tödlich. In milden Nächten werden jedes Jahr unzählige Tiere überfahren. Deshalb stellen wir an Straßenabschnitten, die von vielen Amphibien gequert werden, Schutzzäune auf. Ein solcher Zaun wurde gerade an der L 507 zwischen Frankweiler und Albersweiler aufgebaut. Er hindert die Tiere daran, auf die Straße zu gelangen. Entlang des 400 Meter langen Zauns haben die ehrenamtlichen Helfer mehrere Eimer in den Boden eingegraben. Hier fallen die paarungswilligen Erdkröten hinein, wenn sie am Zaun entlang hüpfen. Jeden Morgen werden die Eimer gelehrt und die Tiere zum Teich gebracht. Im letzten Jahr konnten an dieser Stelle über 1000 Erdkröten gerettet werden. Und auch dieses Jahr ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Bereits am Morgen nach der Fertigstellung haben die Zaunbetreuer die ersten 75 Erdkröten in den Eimern gefunden. Ohne „Shuttle-Service“ zum Teich hätten sie wahrscheinlich nicht überlebt.

Auch an anderen Stellen in der Pfalz ist in den nächsten Wochen mit wandernden Amphibien zu rechnen, so zum Beispiel am Mehlsee bei Schwegenheim, am Silbersee zwischen Bellheim und Westheim, an der Klinikstraße in Eußerthal, an der B 48 auf Höhe der Kaiserbacher Mühle in Klingenmünster, im Kaltenbrunner Tal in Neustadt und an der Totenkopfstraße in Sankt Martin. Wir bitten Auto-Fahrer um Rücksichtnahme, um Helfer, Amphibien und sich selber nicht unnötig zu gefährden. Besonders bei Nachttemperaturen von 5 °C und mehr, kombiniert mit Regen, ist Vorsicht und langsames Fahren geboten.

 

Wer bei der Betreuung von Schutzzäunen mithelfen möchte, kann sich bei uns melden unter Telefon 06341-31628 oder E-Mail: NABU.Sued@NABU-RLP.de

Foto: Jonathan Fieber
Foto: Jonathan Fieber

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Große Studie bestätigt dramatisches Insektensterben

Jahrzehntelange Untersuchungen belegen massive Biomasseverluste in Schutzgebieten

Foto: Helge May
Foto: Helge May

Ein internationales Forscherteam aus den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland hat die dramatischen Befunde zum Insektenrückgang in Nordwestdeutschland in einer jetzt in der internationalen Online-Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichten Studie bestätigt. Die Forscher stellten damit die Beobachtungen des Entomologischen Vereins Krefeld auf eine wissenschaftlich abgesicherte Basis. So ist mit den Biomasseverlusten bei Fluginsekten von 76 bis 81 Prozent seit den 1990er Jahren ein klarer Negativ-Trend erkennbar. Insgesamt wurden in einem Zeitraum von 27 Jahren 63 Standorte in Schutzgebieten unterschiedlichster Lebensräume des Offenlandes überwiegend in Nordwestdeutschland untersucht, wobei der Rückgang überwiegend im Flachland festgestellt wurde.

 

„Wir haben es mit einer höchst dramatischen und bedrohlichen Entwicklung zu tun. Allein die Tatsache, dass es sich bei allen Untersuchungsflächen um verinselte Standorte innerhalb von Schutzgebieten handelt, in deren Umfeld zu mehr als 90 Prozent konventionelle Agrarnutzung stattfindet, legt einen negativen Einfluss durch die Landwirtschaft nahe“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die neue Bundesregierung müsse sich umgehend auf EU-Ebene für einen Kurswechsel in der Agrarpolitik einsetzen sowie einen Schwerpunkt auf Erforschung und Schutz der biologischen Vielfalt legen. Der NABU fordert ein Deutsches Zentrum für Biodiversitäts-Monitoring in Trägerschaft von Wissenseinrichtungen sowie den zügigen Aufbau eines bundesweiten Insekten-Monitorings. Als Vorbild für ein bundesweites Insekten-Monitoring könnte NRW dienen, wo 2017 die Beprobung von 100 Standorten angelaufen ist.

 

Der Landesvorsitzende des NABU NRW, Josef Tumbrinck, begleitet die Arbeiten des Entomologischen Vereins Krefeld seit Jahren. Seiner Einschätzung nach finden in ganz Deutschland und wahrscheinlich auch in anderen europäischen Ländern ähnliche Entwicklungen statt: „Früher mussten wir Autoscheiben nach ein oder zwei Stunden Fahrt wieder von Insekten säubern und an Straßenlaternen flogen massenhaft Insekten. Heute ist das meist nicht der Fall. Diese Beobachtungen wurden mir vielfach aus allen Regionen des Landes mitgeteilt.“ Langzeit-Untersuchungen aus anderen Staaten liefern Hinweise darauf, dass es sich nicht nur um ein deutsches Phänomen handelt. Auch von der EU offiziell bestätigte Bestandsrückgänge von Vögeln, die auf Insekten als Nahrungsgrundlage angewiesen sind, dürften höchstwahrscheinlich zu einem wesentlichen Teil auf den Insektenschwund zurückzuführen sein.

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Schwalben willkommen!

NABU Landau-Land zeichnet schwalbenfreundliche Hausbesitzer in Walsheim aus

Schwalbennachwuchs in Walsheim
Schwalbennachwuchs in Walsheim

Das Familie Rehm ein großes Herz für Tiere hat, wird schnell klar. Auf Ihrem Hof in Walsheim, unterhält Tochter Magdalena einen Reitbetrieb und ein Hundehotel. Neben Pferden, Hunden, einem Minischwein und einem Kaninchen, zählen seit sechs Jahren auch einige Rauchschwalbenpaare zu den Bewohnern der Obermühle.

Und das ist leider längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die allseits als Flugkünstler und Sommerboten bekannten Schwalben gibt es in Deutschland immer seltener. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ will der NABU diesem Trend entgegenwirken und zeichnet ab sofort bundesweit Menschen aus, die an ihren Häusern die gefiederten Glücksbringer willkommen heißen.

So auch die Rehms: Um die Schwalben nicht beim Brüten zu stören, hat die Familie sogar extra die Renovierungsarbeiten in Ihren Ställen unterbrochen. Mit Erfolg: „In fünf Nesten haben die Rauchschwalben hier in diesem Jahr 20 Junge großziehen können.“ Freut sich Vater Udo Rehm. Einige Junge schauen noch aus den Nestern in den Pferdeställen. Andere sitzen schon draußen auf den Zäunen und werden dort von ihren Eltern weiter in waghalsigen Flugmanövern gefüttert.

Für ihr Engagement für den Schwalbenschutz überreichte Gerhard Wisser vom NABU Landau-Land Familie Rehm daher feierlich eine Urkunde und eine Plakette, mit der die Obermühle nun auch von außen als schwalbenfreundliches Haus zu erkennen ist.

„Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen: mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten“, erklärt Gerhard Wisser.

 

 Weitere Informationen und Bewerbungsformular zum „Schwalbenfreundlichen Haus“ unter: www.NABU.de/schwalben

 

Gerhard Wisser (NABU Landau Land) und Familie Rehm in ihrem Pferdestall mit Schwalbennest (oben rechts)
Gerhard Wisser (NABU Landau Land) und Familie Rehm in ihrem Pferdestall mit Schwalbennest (oben rechts)

Saatkrähen in Landau

Stellungnahme von NABU und BUND zur Ankündigung der CDU Ratsfraktion verstärkt gegen die Vermehrung der Saatkrähen im Stadtgebiet vorgehen zu wollen.

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Stellungnahme Saatkrähen.pdf
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