Die Krötenwanderung hat begonnen

Fotograf: Sylvain Leloup
Fotograf: Sylvain Leloup
Februar 2021: Milde Temperaturen und Regen haben an vielen Stellen in der Pfalz die Amphibien aus der Winterstarre geweckt. Die ersten Frösche, Kröten und Molche machen sich in diesem Jahr schon sehr früh auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer. An der Landstraße zwischen Albersweiler und Frankweiler haben wir den mobilen Schutzzaun aufgebaut. Auch am Silbersee zwischen Bellheim und Westheim, am Mehlsee zwischen Schwegenheim und Gommersheim sowie an der Klinikstraße in Eußerthal sind die Zäune startklar. Wer im Dunkeln mit dem Auto unterwegs ist, sollte langsam und vorsichtig fahren, um Helfer*innen und Amphibien nicht zu gefährden. Vor allem bei Regen und Temperaturen über 5°C können in den nächsten Wochen immer wieder Amphibien die Straße überqueren.

Neue Frisur für alte Kulturform

Kopfweidenschnitt in Zeiskam

Februar 2021: Während wir wohl noch etwas auf einen Haarschnitt warten müssen, haben die Kopfweiden in Zeiskam bereits eine neue "Frisur" bekommen. Viele fleißige Helfer*innen der NABU-Gruppe Bellheim haben in den letzten Wochen einzeln oder als Haushalt Baum für Baum zurück geschnitten. Durch das jährliche Entfernen der Äste entsteht die charakteristische runde Kopfform. Entlang von Fließgewässern, Grundstücksgrenzen und Wegen prägen Kopfweidenreihen schon seit vielen Jahrhunderten unser Landschaftsbild. Früher wurden die abgeschnittenen Ruten zum Flechten von Körben, zum Ausfachen der Fachwerkhäuser oder als Gerätestiele verwendet. Heute pflegen unsere NABU-Aktiven Kopfweiden vor allem aufgrund ihres ökologischen Wertes. Ihre Neigung zur Baumhöhlen- und Mulmbildung macht die Bäume zu einzigartigen Lebensräumen. Auf Kopfweiden leben bis zu 100 verschiedene Käferarten und andere Insekten, aber auch Flechten, Mose sowie höhlenbewohnende Kleinsäuger und Vögel, wie der Steinkauz.

Foto: Joachim Zürker


Wasservögel im Winter beobachten

Beobachtungsspots zwischen Germersheim und Wörth

Januar 2021: Im Winter laden die NABU-Gruppen in der Pfalz normalerweise zu verschiedenen Wasservogel-Exkursionen ein. In der kalten Jahreszeit lassen sich auf den Gewässern entlang des Rheins besonders gut rastende Enten, Gänse, Taucher, Möwen und andere Wasservögel beobachten. Oft handelt es sich um Wintergäste aus Nordeuropa, die bei uns nur zwischen November und Februar zu sehen sind. Dann präsentieren sie sich in einer große Artenvielfalt, die immer wieder fasziniert und begeistert. In diesem Winter können wir die gemeinsamen Vogelexkursionen coronabedingt leider nicht durchführen. Für alle, die trotzdem raus gehen und auf eigene Faust Wasservögel beobachten wollen, hat Ulf Janz von der NABU-Gruppe Landau-Stadt sechs besonders lohnenswerte Beobachtungsspots zwischen Germersheim und Wörth zusammen gestellt. Dazu gibt es kleine Karten, Hinweise zur Anfahrt und jeweils eine Liste mit zu erwartenden Vogelarten. Wir empfehlen, ein Fernglas oder Spektiv mitzunehmen und natürlich ein Vogelbestimmungbuch. Bitte halten Sie immer genügend Abstand zu den Vögeln, die ihre Energiereserven dringend benötigen.

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Beobachtungstipps zwischen Germersheim und Wörth
Wintergäste am Rhein.pdf
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Top 10 Wintervögel

Diese Vögel kommen ans Futterhaus


Untermieter im Fledermauskasten

Nistkastenkontrolle im Maudacher Bruch

August 2020: Trotz großer Hitze  haben sich Mitglieder der NABU-Gruppe Ludwigshafen an die Arbeit gemacht, um 36 Fledermauskästen im Maudacher Bruch zu reinigen. Die Kästen, die eigentlich als Unterschlupf für verschiedene einheimische Fledermausarten dienen, werden nicht selten auch von anderen Tieren genutzt. Vögel und Wespen schätzen den geschützten Raum für ihre Nester. Dieses Jahr konnte auch eine Nachtfalterpuppe dort gefunden werden. Im Zuge der Reinigung wurde wieder etwas mehr Platz für die Fledermäuse geschaffen, indem unbewohnte Nester entfernt wurden.
Wer selbst ebenfalls aktiv werden und ein Quartier für Fledermäuse schaffen möchte, findet hier hilfreiche Tipps: https://www.nabu.de/…/aktiv-fuer-fled…/fledermauskasten.html

 

Fotos: NABU Ludwigshafen


Naturspaziergänge zum selber entdecken

Wiesensalbei (Foto: Carmen Schauroth)
Wiesensalbei (Foto: Carmen Schauroth)

Juni 2020: Dieses Jahr ist vieles anders. Leider können wir nicht die gewohnten Exkursionen in die Natur zu den Vögeln oder in die Wiesen anbieten. Aber vielleicht zieht es Sie alleine oder auch mit der Familie ins Freie und Sie möchten auf Entdeckung gehen? Ulf Janz von der NABU-Gruppe Landau lädt Sie mit bebilderten Wegbeschreibung zu knapp zweistündigen Vogelbeobachtungen ein. Der erste Spaziergang startet an der Fuchsmühle bei Offenbach und führt durch die Queichwiesen. Der zweite beginnt am Westbahnhof Landau und nimmt Sie mit in die Reiterwiesen.

 

Mit Fernglas und Bestimmungsbuch oder einer Vogelbestimmungs-App fürs Handy ausgerüstet,  kann es losgehen.

Die kostenlose NABU-App Vogelwelt ist unter folgendem Link erhältlich: www.NABU.de/vogelwelt

Wichtig: Bitte bleiben Sie unbedingt auf den Wegen und führen Sie Hunde nur an der Leine mit. Denn nur so können Sie scheue Arten beobachten, ohne sie zu gefährden.

 

Beschreibungen zum kostenlosen Download:

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Ausflug in die Queichwiesen.pdf
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Spaziergang Reiterwiesen.pdf
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Natur zuhause erleben und fördern

Naturtipps für die Gartensaison und digitale Narturentdeckungen

April 2020: Bei schönem Wetter fallen die derzeitigen Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie manchen besonders schwer. Doch auch von zu Hause aus lässt sich Natur erleben oder auf dem Balkon oder im Garten sogar selber fördern.

 

Der Frühling ist da und somit beginnt für einige mit den steigenden Temperaturen auch wieder die Gartensaison. Hier lässt sich mit ein paar einfachen Tipps Natur vor der eigenen Haustür schaffen: Ob Nisthilfen für Insekten und Vögel, das Anlegen einer Blumenwiese für Schmetterlinge statt des eintönigen Englischen Rasens, ein Totholzhaufen als Unterschlupf für Igel oder eine kleine Trockenmauer für Eidechse und Co. – Naturschutz findet auch im kleinsten Garten oder Balkon ein Plätzchen. Mit den ersten Sonnenstrahlen gehen auch immer mehr Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten in den Gärten auf Nahrungssuche. Durch den Einsatz von heimischen Stauden und Gehölzen wie Wiesensalbei, Natternkopf und Hunds- oder Essigrose kann diesen ein wahres Nektar- und Pollenbuffet geboten werden. Aber standortgerechte heimische Gehölze und Stauden bieten noch andere Vorteile. Sie brauchen keinen Dünger oder Pflanzenschutzmittel, da sie an unser Klima angepasst sind. Achtet man dann beim Kauf der Blumenerde noch darauf, dass diese keinen Torf enthält, steht einem gift- und torffreien Naturgarten nichts mehr im Wege.

 

Die Natur im Frühling kann aber auch digital entdeckt werden – ganz ohne die Wohnung oder das Haus zu verlassen. Der NABU bietet dafür zahlreiche kostenfreie Angebote auf seinen Internetseiten. So kann man spielerisch die häufigsten Gartenvögel kennenlernen oder mit dem Insektentrainer Tagpfauenauge, Florfliege, Holzbiene und Co. bestimmen. Mit der NABU-Vogeluhr erfahren Naturfreund*innen, welcher Vogel morgens wann zu hören ist – und man kann sein neues Wissen gleich auf dem eigenen Balkon oder am Fenster überprüfen (zu finden unter https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/natur-erleben/27778.html).

 

Mit Kindern ist die lange Zeit in den eigenen vier Wänden besonders herausfordernd, zudem auch Kitas und Schulen geschlossen sind. Hier sagen die Kinderseiten "NAJUversum" (zu finden unter https://www.najuversum.de/) mit Podcasts und Videos sowie tollen Experimenten zum Nachmachen der Langeweile den Kampf an.

Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich Nistkästen aus ungehobeltem Holz leicht selber bauen. Foto: Carmen Schauroth
Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich Nistkästen aus ungehobeltem Holz leicht selber bauen. Foto: Carmen Schauroth
Nisthilfen für Wildbienen, z.B. aus Bambusstängeln werden im Frühling von den kleinen Nützlingen gerne angenommen. Foto: Carmen Schauroth
Nisthilfen für Wildbienen, z.B. aus Bambusstängeln werden im Frühling von den kleinen Nützlingen gerne angenommen. Foto: Carmen Schauroth
Jetzt ist eine gute Zeit, um Tomaten, Sonnenblumen oder einheimische Stauden vorzuzuziehen. Das macht auch Kindern Spaß. Foto: Sebastian Hennigs
Jetzt ist eine gute Zeit, um Tomaten, Sonnenblumen oder einheimische Stauden vorzuzuziehen. Das macht auch Kindern Spaß. Foto: Sebastian Hennigs


Artenschutz auf einem Quadratmeter

Aktualisierte Bauanleitung für einen Lebensturm

In unserer aufgeräumten Kulturlandschaft fehlt es oftmals an geeigneten Lebensräumen für unsere einheimische Tierwelt. Wer der Natur etwas Gutes tun will, kann mit Nisthilfen und einem naturnahen Garten im eigenen Umfeld Abhilfe schaffen. Selbst auf kleinster Fläche ist es möglich, einer Vielzahl von Tieren Unterschlupf und Nistmöglichkeiten zu bieten, zum Beispiel mit einem Lebensturm. Hierfür wird eine Grundfläche von nur einem Quadratmeter benötigt. In den verschiedenen Stockwerken finden Insekten, Vögel, Fledermäuse, Igel und Eidechsen ein Zuhause. Unsere Bauanleitung hat nun ein Update erfahren und wurde aktuellen Erkenntnissen angepasst:

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Bauanleitung Lebensturm 2020
Lebensturm.pdf
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