Zähl mit!

Stunde der Wintervögel vom 10. bis 12. Januar 2020

Foto: Arne von Brill
Foto: Arne von Brill

Im Januar findet zum 10. Mal die bundesweite "Stunde der Wintervögel" statt. Beobachte eine Stunde lang die Vögel im Garten oder vom Balkon aus und melde uns von jeder Art die höchste Zahl, die du gleichzeitig siehst. Mitmachen kann jeder. Es geht dabei nicht um eine vollständige Erfassung aller Vögel, sondern darum, Veränderungen und Trends festzustellen. Je mehr Leute mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

 

Bis zum 20. Januar kannst du deine Beobachtungen melden unter: www.NABU.de/onlinemeldung

Am 11. und 12. Januar gibt es außerdem eine kostenlose Telefon-Hotline unter: 0800-1157115.

 

Du möchtest wissen, wie die Vögel heißen, die in deinem Garten umherfliegen? Hier gibt es ein praktisches e-learning-Tool: www.vogeltrainer.de

 

 Weitere Informationen findest du unter www.stundederwintervoegel.de

 

 

Übrigens: Mitmachen lohnt sich. Unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost, z.B. hochwertige Ferngläser, Vogel-Futtersäulen und Bücher.

 

Und wenn du nicht alleine zählen möchtest, bist du herzlich eingeladen zu einer Veranstaltung unserer NABU-Gruppen in der Region im Rahmen der Aktion "Stunde der Gartenvögel":

 

Sonntag, 5. Januar, 14:00 – 16:00h

Stunde der Wintervögel im Maudacher Bruch

NABU-Gruppe: Ludwigshafen

Leitung: Georg Waßmuth

Treffpunkt: Parkplatz Riedstraße Maudacher Bruch (Ludwigshafen-Maudach)

Im Maudacher Bruch herrscht auch im Winter ein reges Vogelleben, nicht nur an den Futterstellen. Wir wollen bei der Wanderung die winterliche Vogelwelt hören und möglichst auch beobachten.

Bitte mitbringen: Fernglas

Anmeldung & Info: 0621-551787, NABU.Ludwigshafen@NABU-RLP.de

 

Sonntag, 12. Januar, 14:00 – 16:00 Uhr

Die Vogelwelt Mörzheims im Winter

NABU-Gruppe: Landau-Stadt e.V.

Leitung: Werner Kern und Klaus Pittner

Treffpunkt: Naturschutzzentrum Hirtenhaus, Brühlstraße 21, Landau

Im Rahmen der bundesweiten Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ laden wir zu einer kleinen Familienwanderung durch die Mörzheimer Feldflur ein. Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach einheimischen Wintervögeln und gefiederten Wintergästen. Anschließend können wir uns bei heißem Punsch im Hirtenhaus aufwärmen.

Bitte mitbringen: warme Kleidung, Fernglas

Anmeldung & Info: 06341-31628 oder nsz-hirtenhaus@gmx.de


Die Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020

Der gefiederte Liebesbote steht auf der globalen Roten Liste - Situation in Rheinland-Pfalz

Foto: Manfred Delpho
Foto: Manfred Delpho

Sie ist ein Symbol für die Liebe, ihre Lebensbedingungen sind aber wenig romantisch: Die Turteltaube wurde vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) zum „Vogel des Jahres 2020“ gewählt. Damit wollen die Verbände darauf aufmerksam machen, dass die Turteltaube stark gefährdet ist.

 

„Die Turteltaube ist in Rheinland-Pfalz ein eher seltener aber regelmäßiger Brutvogel.“, berichtet Fiona Brurein, Öffentlichkeitsreferentin des NABU Rheinland-Pfalz. „Vorzugsweise kommt sie bei uns in warmen Regionen wie der Pfalz und Rheinhessen vor. Dann bevorzugt sie die strukturreiche halboffene Kulturlandschaft. In großen Teilen der bergigen Regionen wie Eifel und Westerwald sind Turteltauben hingegen eher selten anzutreffen.“

 

Seit 1980 ist der Bestand der kleinen Taube in Deutschland um 90 Prozent zurückgegangen. Ganze Landstriche sind mittlerweile turteltaubenfrei. Laut NABU fehlt es an geeigneten Lebensräumen wie strukturreichen Wäldern- und Feldrändern. Zudem ist sie durch die legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum bedroht. Jährlich werden in der EU mehr als 1,4 Millionen Turteltauben legal geschossenen

 

Die 25 bis 28 Zentimeter großen Vögel mit ihrem farbenfrohen Gefieder ernähren sich fast ausschließlich pflanzlich. Sie bevorzugen Wildkräuter- und Baumsamen. Dem Jahresvogel schmecken Samen von Klee, Vogelwicke, Erdrauch und Leimkraut. Diese Pflanzen wollen Landwirte nicht auf ihren Feldern haben. Darum hat sich die Taube seit den 60er Jahren angepasst und ihre Nahrung umgestellt. Der Anteil von Sämereien aus landwirtschaftlichen Kulturen macht nun in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets mehr als die Hälfte der Nahrung aus statt wie früher nur 20 Prozent. Im Gegensatz zu Wildkrautsamen stehen diese aber nur für kurze Zeit bis zur Ernte zur Verfügung und fehlen während der kritischen Phase der Jungenaufzucht.

 

Die Intensivierung der Landwirtschaft verschlechtert die Lebensbedingungen der Turteltauben enorm – ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Jahresvögeln teilt. Die Ausweitung von Anbauflächen geht mit einem Verlust von Brachen, Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern einher. Damit verschwinden Nistplätze sowie Nahrungs- und Trinkstellen. Viele Äcker werden außerdem mit Herbiziden von „Unkraut“ befreit. Doch von genau diesen Ackerwildkräutern ernährt sich die Turteltaube. Außerdem ist chemisch behandeltes Saatgut vergiftete Nahrung für die Tauben. Der NABU kämpft seit Jahren für eine EU-Förderung der Landwirtschaft, die Natur erhält statt sie zu schädigen.

 

„Was wir in unserer Landschaft wieder brauchen ist Strukturvielfalt. Vor allem müssen sich Hecken wieder in unserem Landschaftsbild finden und Bäche müssen sich frei durch die Landschaft schlängeln dürfen. Genauso wichtig ist aber auch eine schnelle und drastische Reduzierung des Pestizideinsatzes. Unsere Landnutzungsformen müssen ökologischer werden,“ fordert Brurein.

 

Die Turteltaube ist der erste vom NABU gekürte Vogel, der als global gefährdete Art auf der weltweiten Roten Liste steht. Heute brüten bundesweit nur noch 12.500 bis 22.000 Paare. Die meisten der höchstens 5,9 Millionen Paare Europas leben in Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien. Turteltauben sind die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas. Sie verlassen zwischen Ende Juli und Anfang Oktober Europa, um südlich der Sahara zu überwintern.

 

Um den gefiederten Liebesboten zu schützen, fordert der NABU Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit einer Petition (www.vogeldesjahres.de/petition) auf, sich neben einer verbesserten Landwirtschaftspolitik auch für das dauerhafte Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Mitgliedsstaaten einzusetzen.

 

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de