Amphibien und Reptilien

Monitoring zur Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte

Juli 2021 - Studentinnen der Universität Landau sind diesen Sommer in den Gewässern rund um Neuburg am Rhein unterwegs auf der Suche nach Europäische Sumpfschildkröten. Lange Zeit waren die urigen Reptilien bei uns ausgestorben. Im Jahr 2017 hat der NABU Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem SeaLife Speyer 40 Europäische Sumpfschildkröten in Neuburg ausgewildert. Auch im benachbarten französischen Projekt wurden Sumpfschildkröten angesiedelt. Die Forscherinnen erhoffen sich nun Antworten auf Fragen nach der Ausbreitung und Verschmelzung der beiden Populationen sowie nach dem Einfluss, den die Wiederansiedlung der Sumpfschildkröten auf das Gewässersystem hat. Die daraus resultierenden Erkenntnisse fließen in zukünftige Tätigkeiten und Schutzmaßnahmen ein.

 

Was tun, wenn Sie eine Sumpfschildkröte sehen?

Die Europäische Sumpfschildkröte ist innerhalb der EU streng geschützt. Jede Störung ist grundsätzlich verboten. Beobachten aus der Entfernung ist natürlich erlaubt. Für das Wiederansiedlungsprojekt liegt eine Ausnahmegenehmigung für die Arbeit mit den Sumpfschildkröten vor. Bitte nehmen Sie umgehend mit uns Kontakt auf, sollten Sie eine Sumpfschildkröte sehen.


Nachwuchs bei den Sumpfschildkröten

Gute Nachrichten von unserem Projekt zur Wiederansiedlung Europäischer Sumpfschildkröten: In 2020 wurde im Auswilderungsgebiet bei Bobenheim-Roxheim ein Jungtier bei einer Landwanderung entdeckt. Besonders gefreut hat das Walter Gramlich vom NABU Heidewald, der von Anfang an das Projekt vor Ort betreut.

 

Bereits in den letzten Jahren gab es für den Projektstandort große Hoffnungen, abwechselnd wurden landwandernde Weibchen beobachtet, Eigruben gefunden, Eiablagen beobachtet und im Spätsommer 2017 zwei frisch geschlüpfte Europäische Sumpfschildkröten – etwa so groß wie eine 2 Euro Münze – auf ihrem Weg zum Gewässer gesichtet. Das in diesem Jahr gefundene Jungtier ist schätzungsweise zwei Jahre alt und bestätigt erneut die lang ersehnte Hoffnung von erfolgreichen Reproduktionen – ein wichtiger Meilenstein im Projekt.

Fotos: Hans Pollin (Bild 1) und Walter Gramlich (Bild 2-4)

 


Wiederansiedlung von Sumpfschildkröten (Emys orbicularis)

Nach 60-jähriger Abwesenheit siedelt der NABU die heimische Sumpfschildkröte in Rheinland-Pfalz wieder an. Nachdem die letzten Tiere in den 1940er Jahren aus einem Weiher bei Edigheim entnommen wurden, soll nun die Rückehr im Bobenheim-Roxheimer Altrheingebiet erfolgen. Der NABU setzte dazu 2008 die ersten zehn Tiere im Beisein von einigen Schaulustigen, des Präsidenten der SGD Süd, Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz, der Leiter der Abteilung Bauen und Umwelt des Rhein-Pfalz-Kreises, Heribert Werner, und dem Gemeindebürgermeister Manfred Gräf in einem besonders geeigneten Altrhein des Gebietes aus. Ein Jahr später wurden weitere 10 Sumpfschildkröten in die Freiheit entlassen. Kooperationspartner des Projektes sind u.a. die NABU-Gruppe Heidewald (Ansprechpartner Walter Gramlich) und SEA LIVE Speyer. Mehr zum Projekt


Amphibienschutzzäune für Erdkröten, Frösche und Molche - Helfer gesucht!

Grasfrösche (Foto: K.H. Fuldner)
Grasfrösche (Foto: K.H. Fuldner)

Zum Schutz von Erdkröten und anderen Amphibien stellen wir im Frühjahr, während der Zeit der Amphibienwanderung, Schutzzäune entlang von Verkehrswegen auf. Die Amphibienzäune werden von Freiwilligen betreut, die Sammeleimer regelmäßig geleert. Diese Aktionen finden an folgenden Orten statt: Kaiserbachermühle (Ansprechpartner: Gerhard Wisser, NABU Landau-Land), Frankweiler (NABU Regionalstelle Süd), Schwegenheim (Herbert Magin, NABU Lingenfeld), Kaltenbrunnertal (Ursel Mosebach, NABU Neustadt), Fachklinik Eußerthal (NABU Regionalstelle Süd). Im Bienwald und in Landau-Mörzheim ist aufgrund der Straßenführung das Aufbauen von Krötenschutzzäunen nicht möglich. Daher werden die Tiere jeden Tag per Hand über die Straße gebracht. In Mörzheim, Landau und Arzheim wurden Kleingewässer für Amphibien und Libellen angelegt. Für die Betreuung der Amphibienschutzzäune suchen wir jedes Jahr freiwillige Helfer. Wenn Sie uns unterstützen möchten, rufen Sie einfach bei der Regionalstelle an (Tel.: 06341-31628) oder schicken Sie uns eine Mail an NABU.Sued[at]NABU-RLP.de


Tümpel für Gelbbauchunken

Gelbbauchunke (Foto: NABU)
Gelbbauchunke (Foto: NABU)

Im Rahmen des Projekts "Naturschutz & Kirche gemeinsam für das Leben" legten Arno Laux (NABU Landau-Land, Arbeitskreis Eschbach) und Nathalie Plum (NABU-Regionalstelle) gemeinsam mit Messdienern der Pfarrgemeinden in Landau- Land sowie einigen Studierenden aus der NABU Hochschulgruppe Landau, Wasserlöcher für die seltene Gelbbauchunke am Haardtrand (NSG-Haingeraide) an. Darüber hinaus wurde der Steinbruch in Frankweiler durch Entfernung von Gehölzen und die Anlage kleiner Gewässer wieder als Lebensraum für die Gelbbauchunke hergerichtet. Das Projekt wurde von der Kreisverwaltung SÜW, der SGD Süd und dem Forstamt unterstützt. 


Schlingnatter

Schlingnatter (Foto: F. Grimm)
Schlingnatter (Foto: F. Grimm)

Am Haardtrand und in Büchelberg werden zahlreiche Trockenmauern angelegt, die einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten als Unterschlupf und Lebensraum dienen - unter anderem auch der seltenen Schlingnatter.